To Constitution and beyond ...



Benutzeravatar
dafi
Beiträge: 169
Registriert: Mi 25. Nov 2020, 10:59
Has thanked: 113 times
Been thanked: 7 times

Danke die Herren!

Irgendwann fiel mir am Modell auf, dass die Rüstbretter keine Stützen haben. Kenn ich so zeitgenössisch nicht, nur vom Museumsschiff und aus dem Marquardt. Deswegen kurze Nachrüstung als Diskussionsgrundlage.

Bild

Bild

Bild

Bild


Als nächstes habe ich mal Dummy-Finknetze eingesetzt. Nur mal so zum Sehen. Die Richtigen kommen dann erst, wenn das Wetterdeck eingebaut ist. Sind einfach zu empfindlich die Dinger. Aber hat sich gelohnt, denn wieder ändert sich die Seitenansicht.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

XXXDAn
Benutzeravatar
dafi
Beiträge: 169
Registriert: Mi 25. Nov 2020, 10:59
Has thanked: 113 times
Been thanked: 7 times

Und dann kamen die Hängematten selber dran, Farbe abzubekommen :-)

Vorher hatte ich noch in den Druckdaten die Positionen der Finknetzhalter und dem daraus resultierenden Durchhängen angepast und den Neudruck händisch den Feinschliff gegeben, damit die Hängematten ohne größere Spalte zum Schandeckel in die Halter passen.

Erster Schritt zur Farbe war eine weiße Spraygrundierung und danach mit einem abgetönten Weiß eingepinselt um eine einheitliche Grundfarbe herzustellen. Wie vorher beschrieben ging ja einiger Aufwand dahinein, dass die Matten eine natürliche Unordnung bekommen haben, um nicht nach sterilen Druckteilen auszusehen. Die Bemalung muss diesen Schritt natürlich noch unterstützen.

Im nächsten Schritt bekam jede Matte ihre individuelle Färbung. Auf der nassen Palette die Farbe immer wieder frisch abgemischt und die Farbnuancen gut verteilt. In Zeiten vor Ariel, bei nicht genügend Süßwasser zum Waschen mit Seife, viel Teer und anderen Schmutzlieferanten nehme ich an, dass die Farbe eher einem gräulichen Naturton glich, jede Rolle eine andere Farbe, wie die Taue ja auch.

Bild

Im letzten Schritt habe ich mit einigen Washes mit Tinte die Struktur wieder hervorgehoben und den Rollen Tiefe und Leben zurückgegeben. Sieht im Makro mehr aus, als es das nackte Auge empfindet. Zusätzlich kommen ja noch die Finknetze davor, was auch noch mal dazu beiträgt, dass die Farbschattierungen ihre Nuancen verlieren.

Bild

Bild

Bild

Bild

XXXDAn
Benutzeravatar
Oliver Bizer
Beiträge: 2845
Registriert: Mi 27. Jun 2012, 16:18
Wohnort: Havixbeck
Has thanked: 115 times
Been thanked: 19 times

Jetzt schreibe ich Dir auch mal was.

Ich beobachte den Baubericht von Anfang an.
Was Du hier ablieferst animiert mich auch mal ein Segelschiff zu bauen.
Leider kann ich mir bei Deinen Techniken nichts abschauen weil so könnte ich nie bauen/kleben/sägen/drucken/dengeln/schweißen/schrauben ach einfach alles was es so gibt bei Dir im Baubericht.

Mein Fazit: 15 x :clap:
„Der Adler ist kein Stück Metall, der Adler ist Rom“
Benutzeravatar
dafi
Beiträge: 169
Registriert: Mi 25. Nov 2020, 10:59
Has thanked: 113 times
Been thanked: 7 times

Lieber Oliver, danke für deine lieben Worte!

Aber auch ich hab mal ganz klein angefangen. Schau mal in den Baubericht meiner Vic im Wettringer, wie ich da vor einigen vielen wenigen Jahren angefangen habe, eigentlich ooB :-)
https://www.wettringer-modellbauforum.d ... a0b8c66846

Nur mit etwas Beharrlichkeit und Rumprobieren. Wenn was nicht so wird wie gewünscht, einfach nochmals drüber. Mit der Zeit bekommt man den Dreh raus. Und wie Dirk ja schon richtig vermutet hat gibt es dann auch einige Stückchen davon als Nebenprodukt für die die es sich wünschen.

Also einfach mutig sein und munter in das Wagnis stürzen. Man kommt nämlich nur in Gefahr spektakulär um, zuhause im Bett ist langweilig ;-)

Lieber Gruß, Daniel

PS: Bei Segelschiffsmodellbau.com hab ich auch mal den Faden über Jugendsünden eröffnet. Meine Jugendwerke, watt war ich damals stolz mann! Tut gut dieses heute noch gelegentlich betrachten zu können, man sieht und ist erinnert, das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist ...
https://www.segelschiffsmodellbau.com/t ... ml#msg6414
Zuletzt geändert von IchBaueAuchModelle am Mi 21. Jan 2026, 18:44, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Edit by Mod: gem. Boardregel 1.7 entfernt
Benutzeravatar
Oliver Bizer
Beiträge: 2845
Registriert: Mi 27. Jun 2012, 16:18
Wohnort: Havixbeck
Has thanked: 115 times
Been thanked: 19 times

Ich finde nicht das du klein angefangen hast, siehe Dein Baubericht zur Vic.
Du bist sofort in die Meisterklasse eingestiegen ohne Prüfung :o :o :o
„Der Adler ist kein Stück Metall, der Adler ist Rom“
Benutzeravatar
OceanMedicc
Beiträge: 206
Registriert: Mi 12. Feb 2020, 22:31
Has thanked: 1 time
Been thanked: 15 times

WoW, ich bin von deiner Arbeit schwer begeistert. So viel Aufmerksamkeit in jedes Detail. Super Arbeit! :clap:
Zu viele Modelle, zu wenig Zeit um alle zu bauen. :oops:

>>Portfolio Übersicht<<
Benutzeravatar
dafi
Beiträge: 169
Registriert: Mi 25. Nov 2020, 10:59
Has thanked: 113 times
Been thanked: 7 times

DAnke die Herren, very appreciated!

Irgendwie müssen ja später Schoten und Halsen binnenbords kommen, deswegen sollte ich die Durchgänge auf das Batteriedeck mit ihren Rollen vorbereiten, geht ja nachher schwerer, wenn das Wetterdeck mal drauf ist. Deswegen nebenan ein Recherchefaden zu den besagten Tauen.
https://www.segelschiffsmodellbau.com/t ... atten.html

Am Anfang meiner Recherche hatte ich quasi zum Eingrooven die Kabinenkonstellation nach Marquardt gebaut, der eine sehr freie Interpretation mit den Elementen der klassischen englischen Fregatten und dem Museumsschiff bietet. Hier ein kleiner Reminder von 2023.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

War ja auf alle Fälle schon mal besser als die Bausatzteile ;-)

Genaue Informationen zur Kabine der Constitution um 1812 oder früher scheint es (noch) nicht zu geben. Das was am nächsten kommt ist der Plan der USS United States von ca. 1820. Wenn man diesen mit anderen Plänen vergleicht scheint ein Merkmal der frühen amerikanischen Schiffe das runde Schott der Aft-Cabin zu sein. Dieser Bogen stimmt ziemlich mit dem Bogen einer kurzen Pinne überein, die ja als Notpinne auf diesem Deck einsteckbar ist. Hier die Quelle dazu, Zeichner war der Segelmacher Charles Ware.

Bild

Insgesamt eine interesssante Anordnung, die Lust auf Ausprobieren gibt. Denn man muss hier beachten, dass diese Zeichnung keine exakte technische Zeichnung darstellt sondern mehr eine Prinzipzeichnung. Also ausprobieren und Anpassen ist angesagt. Auch in Verbindung mit den Gegebenheiten des Bausatzes und der historischen Quellen der Constitution , vor allem dem Hull-Modell.

Die Marquardtteile konnten schnell ummodelliert werden, doch nach der ersten Passung kam ich auf die tolle Idee, das Wetterdeck nochmals auf Probe einzupassen und ein lautes "SCHEIXX" hallte durch das Haus, denn ich hatte komplett vergessen, wie stark sich der Rumpf durch das Einkleben der Innenaufdopplung verzogen hatte ...

Bild

4 Millimeter! Dann passt die programmierte Breite der beiden Schotts natürlich nie und nimmer nicht, wie ein Bayer sagen würde.

Also zwei Holzleisten mittels Gewindestangen als Argument gegenüber der Bordwand verwendet, sich doch bitte gefälligst in Form zu bewegen.

Bild

Bild

Mit zwei eingepassten Schaschlikspießen konnte ich jetzt auch das korrekte Innenmaß nehmen.

Um sicher zu sein, das das passt - sowohl maßtechnisch wie auch vom Layout - wurden Heckspiegel und Hackbord eingepasst und es passt!

Bild

Bild

Bild

Bild

Und in der Mitte der Rundung sieht man, dass dort 2 mm zu viel sind, aber der Rest sieht doch schon ganz ansehlich aus :-)

Also zurück an die Einsen und Nullen um die Daten zu ändern.

XXXDAn
Benutzeravatar
dafi
Beiträge: 169
Registriert: Mi 25. Nov 2020, 10:59
Has thanked: 113 times
Been thanked: 7 times

Ein weiteres Thema sind die Niedergänge. Im Gundeck musste ein guter Kompromiss der verschiedenen Quellen gefunden werden, Hauptluke ist relativ einfach, vordere und achtere Ladeluken von der Position auch, die Größen habe ich auf das Spardeck angepasst. Bleiben noch die anderen Niedergänge im Bug und Heck, vor allem im Heck hat dieser Niedergang Auswirkung auf den Pantry.

Bild

Wenn man das Spardeck auflegt, ergeben sich einige lustige Details: Die Hauptluke hat einen Decksbalken des Spardecks in der Mitte und die vordere Luke ist halb abgedeckt. Macht das Laden nicht unbedingt einfacher. Dementsprechend werde ich die Decksbalken etwas versetzen. Im Ware-Plan geht auch die Öffnung bedeutend weiter nach vorne, so werde ich diese wahrscheinlich dementsprechend noch weiter öffnen.

Bild

Der Bausatz enthält ja Treppen. Mit viel Mühe und schleifen bekommt man die bestimmt hin, der Versuch liegt da. Aber lieber neue Treppen, die können dann auch eine angepasste Breite haben.

Bild

Stellprobe im Bereich der Hauptluke ...

Bild

.... und der vorderen Luke mit ihrer gegenläufigen Konstellation. Durch Öffnen des Spardecks bekommen die seitlichen Leitern auch eine logischere Position.

Bild

Bild

Im Bereich des Bugspriets sah für mich die seitlichen Begrenzungen der Jagdpforte immer etwas komisch aus. Bis ich das Bausatzteil gefunden hab, das die Sache aber nicht besser machte. Deswegen eine eigene saubere Verblendung eingeklebt ...

Bild

... und versäubert.

Bild

Auch die Gräting vorne ist recht grottig. Da man aber nach Einbau kaum noch etwas sieht, versuche ich es mit dem Notbehelf, die Struktur so weit dünner zu schleifen, dass die quadratischen Löcher wieder scharf aussehen. Könnte so gehen, denke ich.

Bild

Es ist immer wieder erstaunlich die beiden Gesichter dieses Bausatzes: Ein wunderbarer Rumpf und der ganze Rest sieht grottig aus, wie schnell und billig hingerotzt - fast wie das historische Hull-Modell, das die MAnnschaft 1812 noch schnell fertig geklöppelt hat, um es dem scheidenden Kapitän Hull als Geschenk zu geben. ;-)

XXXDAn
Antworten

Zurück zu „Bauberichte“