Chateau de Queribus in 1:100



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Lappes
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Chateau de Queribus in 1:100
Die Burg Queribus in Südfrankreich. Eine der letzten Zufluchtsburgen der Katharer während des Kreuzzugs der katholischen Kirche gegen die Albigenser/Katharer. Dieser Kreuzzug hatte die Besonderheit, dass dort gegen andere Christen vorgegangen wurde. Der Katharismus war aufgrund dessen Lehren der Kirche ein Dorn im Auge. Zudem kamen natürlich auch territoriale Interessen und Besitztümer hinzu. Aber das gab man damals - genauso wie heute - nicht zu.
Letztendlich wurden die Katharer ausgerottet. Wer nicht im Kampf starb wurde verbrannt. Letztendlich ist es paradoxerweise der Inquisition der Katholischen Kirche zu verdanken, dass man heutzutage überhaupt etwas von den Katharern erfährt. Denn dort wurde genau Buch geführt.
Zum Modell:
Ich habe mir eine Laserscan Datei der Burg beschafft und diese mal testweise gedruckt. So kann man sich von allen Seiten die Felsstruktur und Lage der Mauern besser vorstellen. Dann noch ein Bild der Burg, wie diese zur Katharerzeit ausgesehen haben könnte. Diverse Ansichten der Burg und natürlich Grundrisspläne. Ich teste mal eine für mich neue Vorgehensweise bei der Konstruktion in Fusion 360. Einen Plan habe ich in Fusion als PNG mit transparentem Hintergrund importiert und auf 1:100 skaliert. In 1:72 würde das Diorama leider zu groß. Dann wurden die Linien nachgezeichnet und zunächst auf 5 mm extrudiert. Die einzelnen Elemente stehen ja auf anderen Ebenen des Felsens. Die Konstruktion ist schon weit fortgeschritten und es wurde einiges bereits gedruckt. Hier mal die ersten Bilder. Aber die handwerkliche Arbeit erfolgt ja erst später. Die Fotos sind von Pinterest.
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Zuletzt geändert von Lappes am So 14. Jun 2026, 16:50, insgesamt 2-mal geändert.
Lappes
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Aufgrund der sehr komplexen Struktur der Ebenen habe ich Sockel im Grundriss der Burg gedruckt. Würde ich die Ebenen in Holz oder Hartschaumstoffen erstellen, wäre es recht ungenau, dies mit den Werkstoffen zu bauen.
Selbst beim 3D Druck habe ich mehrfach Änderungen im Mauerverlauf der äußeren Mauern vorgenommen. Dies sowohl in der Steigung, als auch in dem Abstand zur Kernburg.
Leider basiert das nur aus Einschätzungen der Bilder und des Lasermodells, da ich keine Höhenangaben gefunden habe. Die Felsen werde ich aus Styropor fertigen.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der verschlungene Weg vom Tor zur Kernburg nicht durch mehrere Tor gesichert war. Deshalb habe ich zunächst nur für den Hof, bzw. der hohen Mauer direkt vor und unterhalb der Kernburg Mauern und Tore erstellt. Höchstwahrscheinlich wird dies auch noch direkt an der steilen Treppe direkt oberhalb des Torhofes erfolgen.
Das Originalbild ist übrigens von Pinterest und dürfte daher keine Urheberrechte verletzen.

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Lappes
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Hier noch ergänzend einer der ersten Schritte der Konstruktion des Modells ein wenig präziser beschrieben.
Ein Grundrissplan der Burg wurde als PNG Datei in Fusion 360 importiert. Dazu wurde der weiße Hintergrund  des JPG Bildes mit einem KI Programm (ChatGPT oder Gemini. Das funktioniert präziser und schneller als ein Grafikprogramm) in Transparenz umgewandelt. Das KI Programm wandelt beim Speichern eine JPG Datei  in aller Regel in PNG um. Das ist praktisch, da JPG keine Transparenz unterstützt.
Nach dem Speichern importieren in Fusion 360.
Dann den korrekten Maßstab der Zeichnung skalieren. Dies macht man mit der Meterangabe in der Legende der Skizze auf dem Grundriss (ich empfehle einen Tutorial. Das liest sich komplizierter, als es eigentlich ist).
Danach die Linien nachzeichnen und um ein paar Millimeter extrudieren. Das heißt, aus der Skizze wird ein Körper gebildet ... sozusagen aus der flachen Skizze ein dreidimensionaler Körper, den man entsprechend weiter bearbeiten kann.
Diese Körper, können in Fusion entsprechend weiter bearbeitet werden können.
So hat man eine Basis, die verschiedenen Teile der Burg zu konstruieren.
Fusion 360 kann man für den normalen Modellbau genauso gut nutzen, wie auch für den 3D Druck. Der Vorteil ist, dass man sich bereits vor dem eigentlichen Bau ein Bild vom Aussehen der Burg machen kann. Die Maße kann man dann auf zum Beispiel Styrodur übertragen oder als STL Datei für den 3D Druck exportieren.
Dies war jetzt nur in Kurzbeschreibung für den möglicherweise interessierten Leser.
Fusion 360 ist ein CAD Programm und relativ leicht zu erlernen.
Es gibt Unmengen von Tutorials auf Youtube. Für den Privatanwender ist es kostenlos. Man muss sich registrieren und das Programm abonnieren.  Aber aufgepasst…nach dem Drücken des abonnieren Buttons unbedingt die kostenlose Variante für Privatanwender wählen.
Der Funktionsumfang ist etwas eingeschränkter, aber immer noch mehr als ausreichend zum Konstruieren von Modellen.

Transparente PNG Datei. Der Hintergrund wurde transparent umgewandelt. Es bleiben somit die Linien, die nachgezeichnet werden müssen
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Hier die PNG Skizze, die um 5 mm zu einem Körper extrudiert worden ist. Es macht Sinn, die einzelnen Elemente als separate Körper zu extrudieren.
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Dies macht man, indem jede Skizze für sich eine Fläche bildet und die einzelnen Elemente voneinander durch Linien abgegrenzt werden.
Bei der Extrusion Element für Element wählt man dann die Option "Neuer Körper", nicht "Verbinden". Bei der Extrusion nimmt man sich Körper für Körper vor.
Nach dem ersten Körper verschwinden normalerweise die anderen skizzierten Linien. Aber keine Angst: unter Skizzen kann man die wieder sichtbar machen, indem man das durchgestrichenen Auge vor der Skizze anklickt.
Für den, der sich nicht mit Fusion befasst hat, sind das Böhmische Dörfer. Das ist jetzt sehr im Detail und man muss davor sitzen und experimentieren. Ich kann nur sagen: Youtube Videos und experimentieren.
Zuletzt geändert von Lappes am So 14. Jun 2026, 16:49, insgesamt 1-mal geändert.
Lappes
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Ich kämpfe immer noch mit der Höhenabstufung der Burg. Wahrscheinlich habe ich es jetzt wohl richtig. Der oberste Burgteil (Kernburg mit Donjon) wurde um 3 cm höher gesetzt. Der mittlere Hof 2cm. Das Tor blieb auf dem Niveau. Die Wege innerhalb der Burg werden dadurch steiler und ich denke, die Optik wird originalgetreuer. Ich habe selten solche Probleme gehabt. Aber die Lage des Originals ist spektakulär und das soll im Diorama genauso wirken. Gedanken mach ich mir bereits um die künftige Dioramagestaltung. Unschätzbare Dienste leistet dabei der 3D Druck des Laserscan Modells. Da ich unmöglich die komplette Topografie dieses Modells umsetzen kann, habe ich im Slicer die verzichtbaren Teile der Landschaft geschnitten. Somit wird das Diorama am Felsen des Donjon geschnitten. Die Anpassung an die Felsen wird dort mit senkrechten Sperrholzplatten erfolge, während bei den restlichen Seiten die Grundplatte dem Verlauf der Felsen nach gesägt. Dies machte ich bereits bei einigen meiner Burgdioramen, um die weitere Steilwand der Felsen glaubhaft zu machen. Zum Verständnis werde ich Bilder der bisherigen Projekte hinzufügen. Der Fortschritt bisher, Screenshots der Planung aus dem Slicer und -wie geschrieben - Beispielbilder von bisherigen Projekten

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Zuletzt geändert von Lappes am So 14. Jun 2026, 18:13, insgesamt 1-mal geändert.
Revell-Bert
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Da hast du dir ja wieder ein gewaltiges Projekt heraus gesucht :respekt:
Ich mag keine Menschen, die überall suchen, was sie stört...
Ich mag Menschen, die überall etwas finden, was sie fasziniert


Gruß der Bert
Lappes
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Das ist in der Tat eine große Herausforderung. Ich bin selber gespannt, ob es gelingt. Aber aufgrund meiner eingeschränkten Fähigkeiten maße ich mir nicht an, eine Rekonstruktion zu bauen. Ich baue immer in Orientierung am Original. Ein paar eigene Vorstellungen werden auch umgesetzt, bei denen wahrscheinlich ein Historiker oder Archäologe die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde. Meine Vorstellung ist eher, wie es hätte gewesen sein können. Wichtig ist mir immer nur eines...kein Märchenschloss des 19. Jahrhunderts oder ein Schloss aus dem Disney Land zu bauen.
Lappes
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Mittlerweile habe ich nachgeforscht, wie möglicherweise die Burg zur Zeit der Katherer ausgesehen haben mag.
Da ich gar nichts gefunden habe, habe ich die KI bemüht. Die Bauweise sieht auf dem KI generierten Bild sehr glaubhaft aus. Es erinnert in vielen Teilen der Rekonstruktion des Castrum von Montsegur. Aber es stimmen die Topografie und Größenausmaße nicht. Aufgrund der Unterschiede zu meiner Konstruktion werde ich den Zeitraum des Dioramas korrigieren auf Mitte bis Ende des 13. Jahrhunderts. Da Okzitanien von Frankreich annektiert worden ist und verschiedene Burgen - unter anderem auch Chateau de Queribus - als Grenzfestung zum benachbarten Katalonien stärker verändert wurden. Die Geschichte war sehr komplex und verworren. Man wollte damit aber die Einflussnahme Kataloniens und Aragons auf Okzitanien unterbinden.
Zum Diorama:
Basis ist immer noch die Skizze der zinnenbewehrten Burg als Ausbau der ursprünglichen Anlage. Das große Fenster im Donjon wurde verschlossen. Dies ist wohl erst im 14. oder 15 Jahrhundert eingebaut worden. Der Grundriss des Donjons (Wohnturm) wurde belassen, wie bei der heutigen Ruine. Dies ist möglicherweise nicht richtig, da der Donjon höchstwahrscheinlich mit dem Aufkommen von Kanonen stärker befestigt wurde. Die Zisterne im oberen Vorhof wurde ähnlich gestaltet, wie beim Castell de Mur.


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R.E. Vell
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Dies wird wieder ein spannender Baubericht, den ich mit großem Interesse verfolgen werde. :thumbup:
Es grüßt der Michl aus dem Oberland ;)
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ModellbauFan
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Sehr interessant! Ich bin auf jeden Fall wieder dabei.
Beste Grüße,
Fabian
Lappes
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Freut mich sehr, dass ihr dem Bericht folgt.
Das Giebeldach im Vorhof der Kernburg wurde mit Mönch und Nonne Ziegeln „gedeckt“. Im Unterschied zum Castell de Mur habe ich statt Einzelziegel dieses Mal Ziegelreihen gedruckt. In 1:100 wäre mir das dann doch ein arges Gefummel geworden. Auf dem Diorama des Castell de Mur waren es insgesamt schon ungefähr 3000 Dachziegel (Burg und Bauernhaus) gewesen.
Außerdem zeige ich ein Foto mit besserem Blick auf die Zisterne. Die war auf dem vorherigen Post schlecht zu erkennen.

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